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Auf nach Joshua Tree Nationalpark (unser erster auf der Reise)

Unsere Badezimmertür geht während der Fahrt übrigens weiterhin auf und zu. Wir hatten zwar extra Tape gekauft, haben es auch einmal erfolgreich benutzt, aber beim Lösen hinterher ist etwas vom Dekor der Tür mit abgerissen. Machen wir also nicht noch einmal.
Wir haben die Nacht sehr schlecht geschlafen. Es war so furchtbar windig, das Wohnmobil ist hin und hergeschaukelt, Seegang eben. Dann ist der Krümel auch noch gegen 4 Uhr aufgewacht und wollte ne halbe Stunde herumtoben, Gott weiß, warum. Ich will mein eigenes Bett zurück!!!
Es geht weiter durch die Wüste, nur wird sie, je weiter wir fahren, immer karger. Nicht mehr schön. Wir fahren durch Salton City, warum zum Teufel leben hier Menschen? Was machen sie hier, mitten in der Wüste? Kilometerweit nichts, außer Prärie, Sand, verdörrte Streucher und mitten hindurch zieht sich eine Straße. Wir machen einen Halt an einer Tankstelle, die neben sich –w ie sollte es auch anders sein? – ein Starbucks beherbergt. Hier kann der Krümel sich nach Herzenslust bewegen und wir einen Frappucino schlürfen, nebenbei gibt’s hier Internet 

Anza Borrego

So, ich habe mal wieder ein paar Tage gesammelt, sitze jetzt auf der Bank von unserem Stellplatz und finde Zeit zum Schreiben. Der Papa ruht sich ein bisschen aus, der Kleine spielt friedlich im Schatten der Markise vorm Auto mit seinen Klötzen. Langsam ist das Schreiben ja schon wie eine Droge. Ich nehme mir jeden Tag vor, weniger zu schreiben, aber es klappt nicht, weil es einfach so viel zu sehen und eben dementsprechend auch zu berichten gibt.
Vor ca. einer Woche haben wir das Wohnmobil in San Francisco übernommen, heute stehen wir mit ihm in der Wüste. In vier Wochen fliegen wir zurück nach Hause. Boah hört sich das gut an! Normalerweise spricht man in dem Zusammenhang von einer, vielleicht zwei Wochen…
Unser Wohnmobil ist mit uns – die Charts der 70/80er im Hintergrund laufend – 1400 Meter in die Höhe geschlichen und dann wieder abwärts. Vorher haben wir scheinbar die Zivilisation verlassen. Okay, es gibt anfänglich noch einige Ranchen. Es sieht aus, als müsste jeden Moment ein Cowboy auf seinem Pferd aus dem Gebüsch kommen. Dann wurden es immer weniger Wohnhäuser. Anza Borrego ist eigentlich nur von April bis Mai sehenswert, wenn die Wüste in der Blüte steht, sprich alle Kakteen blühen. Das muss ein wunderschönes Bild abgeben. Wir sind leider ein bisschen zu spät dran dafür. Ansonsten ist hier nichts los, höchstens für Freunde von Geländetouren ist es hier noch interessant. Auch wenn sie nicht mehr blühen bzw. nur noch ganz vereinzelt, toll ist es trotzdem, diese Vielfalt an Kakteen und vor allen Dingen ihre Größe. Das soll hier einer der heißesten Orte in den USA sein im Sommer, 40 Grad und mehr. Wir machen uns auf das Schlimmste gefasst und was ist? Schon in der Nacht in San Diego hat es geregnet, morgens ist der Himmel noch wolkenverhangen. Es regnet zwar während der Fahrt nicht mehr, aber es weht ein kühler Wind, der von Kilometer zu Kilometer stärker wird. An einem Vista Point an dem wir halten, wackelt das Wohnmobil schon beträchtlich hin und her, draußen fliegen wir fast weg. Die nächsten Touristen, die anhalten, trauen sich gar nicht erst auszusteigen.
Später machen wir noch eine kleine Wanderung, „Palm Trail“, heißt der Weg. Er führt uns durch steinige Wüste, auf und ab, zu einem wunderbaren Palmenwäldchen und gleich nebenan ein kleiner Wasserfall. Malerisch. Hier sehen die Palmen richtig behaart aus, als wenn sie schon lange nicht mehr beim Frisör gewesen wären. Das liegt daran, dass hier niemand die alten, verwelkten Palmenzweige abbricht/schneidet, sondern sie in Schichten hinunterhängen. Mit dem lebendigen Rucksack vor mir (Krümel im Tragegurt), ist das wandern schon eine kleine Herausforderung, zumal ich meine Füße nicht sehen kann (ich sollte ihn nächstes Mal wirklich auf dem Rücken tragen), aber Spaß macht es trotzdem. Er quietscht vor Vergnügen, weil es so schön holpert. Manchmal legt er seinen Kopf zurück und grinst mich ganz breit an.

Ich mache heute sehr viele Fotos, weil es einfach wunderschön ist, aber all diese Bilder können leider doch nicht wiedergeben, was wir hier tatsächlich sehen. Hauptsache ist, wir konservieren für uns das Schönste!
Es ist schon ein krasses Gefühl so in der Wüste zu stehen. Wir sind ziemlich alleine auf dem schön angelegten Campground. Abends grillen wir und machen hinterher noch ein Feuer. Allerdings ist das mit dem am Feuer sitzen nicht so entspannt wie früher zu zweit. Der Krümel hat kein Spaß daran und will ständig durch die Gegend getragen werden und an die Fensterscheiben des Wohnmobils klopfen. Als wir später rein gehen, schreit er an einem Stück durch, bis er seine Flasche bekommt. Ja, es war mal wieder ein langer Tag. Er ist schon um fünf wachgeworden, danach haben wir nur noch ein bisschen gedöst. Er schläft zwar viel während der Fahrt, aber dieser Schlaf ist wohl nicht mehr so erholsam wie früher. Ihm fehlt sein Mittagsschlaf vielleicht genauso wie er uns fehlt. Es ist schon was Feines, wenn man zuhause mittags mal ein bis zwei Stunden „Pause“ vor ihm hat…
Heute begegnet uns schon wieder jemand, der scheinbar in seinem Wohnmobil wohnt, also dauerhaft, damit durch die Lande zieht, und Campgrounds dazu nutzt, dort ordentlich zu duschen und ggf. auch zu waschen.
Das hört sich jetzt vielleicht komisch an und ich wusste es natürlich auch vorher, aber irgendwie irritiert es mich nach wie vor,d ass ich nun soooo weit geflogen bin und viele Menschen hier vom Aussehen her trotzdem Europäer sein könnten. Und das Verrückte ist, wir scheinen trotzdem aufzufallen. Manchmal werden wir – ohne, dass wir auch nur einen Ton gesagt haben – als Deutsche identifiziert, andere Male erkennt man uns an unserem deutschen Akzent. Habt ihr das schon mal gehört?
Der Krümel wird seit einigen Tagen, insbesondere beim Einkauf im Supermarkt, immer wieder auf seine schönen großen blauen Augen angesprochen. Langsam müssen wir aufpassen, dass er sich nicht etwas darauf einbildet.
Gestern waren wir zum ersten Mal in einem Outlet (Las Americas, unmittelbar an der Grenze zu Mexiko). Vom Aufbau her ist es vergleichbar mit denen in den Niederlanden, vom Angebot her keineswegs. Hier bekommt man vernünftige Markenklamotten zu guten Preisen, lohnt sich teilweise richtig. Ausbeute: 2 Le*is Jeans für den Papa, zwei Paar Conver*e Schuhe, eins für die Mama, eins für den Krümel (allerdings in Gr. 26, muss er noch reinwachsen).